Ist Metal die härteste Musik der Welt?
Montag, 21. Juni 2010Kategorien: Allgemein
Tags: elektrische Gitarre, Metal-Stilrichtung
Bei all dem Leistungsdenken, der Metal-Kultur so häufig zu eigen ist, stellt sich natürlich manch einem die Frage, ob die Gitarrenwände verschiedener Metal-Stilrichtungen nicht nur die schnellste, sondern auch die härteste. Viele würden sie womöglich intuitiv mit „ja“ beantworten. Doch kann man das so sagen?
Als Bob Dylan zum ersten Male mit elektrischer Gitarre auftrat, schlugen ihm Wellen des Hasses aus dem Publikum entgegen: man hatte solchen ohrenbetäubenden Lärm schlichtweg noch nicht gehört. „Judas“ wurde er gescholten, weil er die angeblichen Ideale der Folk-Anhänger verraten habe. Natürlich hat Dylan alles richtig gemacht, denn zu jener Zeit hätte er kaum noch Folk-Lieder zu akustischer Gitarre und Mundharmonika singen können, ohne künstlerisch zu stagnieren. Für die vor den Kopf gestoßenen Fans, die Konzerte auf Zimmerlautstärke gewohnt waren, ist dieses Erlebnis mit Sicherheit ziemlich hart gewesen. Und die Musik auch. Denn hart ist, was den Hörgewohnheiten grotesk widerspricht.
Das Ohr des Betrachters
Ist Metal dann wirklich so hart? Sicherlich, das liegt im Auge, oder besser: Ohr des Betrachters. Denn was er hart findet, hängt davon ab, was er als normal empfindet und was er kennt, wie weit sein Horizont ist. Wer tagein, tagaus Mainstreamradio oder Schlager hört, für den ist Metal wahrscheinlich anstrengend. Wer den ganzen Tag Metal hört, empfindet diese Klänge als normal und reagiert wahrscheinlich eher so, wenn es um Grindcore geht. Oder Free Jazz oder Techno. Metal hingegen kann der Soundtrack zu einem schönen Fühlingstag sein, ohne das er einem die Laune verdirbt – wenn man den Sound gewohnt ist.
Antwort schreiben